Servigliano wurde fast von Grund auf als ideale Stadt des 18. Jahrhunderts neu erbaut
Ein Erdrutsch machte die alte Siedlung unsicher: Im 18. Jahrhundert wurde der Ort verlegt und mit einem rationalen, fast geometrischen Grundriss neu gestaltet.
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Ein Ort muss umziehen
Serviglianos regelmäßiger Grundriss entstand nicht zufällig. Im 18. Jahrhundert bedrohten eindringendes Wasser und Erdrutsche die Hangsiedlung. Die Gemeinde wandte sich wiederholt an die päpstlichen Behörden. Betroffen waren Häuser, Straßen und die Möglichkeit, weiterhin am selben Ort zu leben. [1]
Der 1769 entsandte Virginio Bracci befürwortete den Umzug zur Madonna del Piano, wo bereits Märkte stattfanden. Ein Erlass Clemens' XIV. von 1771 leitete die Neugründung ein. Im folgenden Frühjahr begann Castel Clementino Gestalt anzunehmen, statt lediglich die alte Siedlung auszubessern. [1]
Geometrie als Lebensentwurf
Das kompakte Viereck, drei Tore und klare Straßenachsen zeigen eine Stadtplanung des 18. Jahrhunderts. Der Vergleich mit Cardo und Decumanus erleichtert die Orientierung. Er bedeutet jedoch nicht, dass der heutige Ortskern römisch wäre: Seine Ordnung ist bewusst neuzeitlich entworfen. [1][2]
Um den Platz stehen Rathaus, Kollegiatkirche San Marco und herrschaftliche Gebäude; Handwerkerhäuser säumten den Rand. Öffentliche und private Räume gehörten zum selben Plan. Der Name Castel Clementino blieb bis 1863 bestehen, bevor der Ort wieder Servigliano hieß. [2]
Den Grundriss zu Fuß lesen
Betritt den Ort durch ein Tor und durchquere ihn bis zum Platz. Beim Gehen werden Achsen, Perspektiven und Proportionen verständlich. Schau anschließend zum Rand: Der geschlossene Umriss unterscheidet sich deutlich von einem allmählich um einen Hügel gewachsenen Dorf. [2]
Ergänze den Rundgang bei Santa Maria del Piano, einem Bau aus der Zeit vor der Neugründung. Prüfe für Innenbesichtigungen Öffnungszeiten und Gottesdienste. Die Geschichte des Orts lässt sich zunächst auch draußen entdecken, ohne auf eine Führung angewiesen zu sein. [2]